Ein besonderer Wendepunkt markiert Eriks Leben: sein Dasein in freier Natur wird durch einen Unfall beendet, nach dem er in die Welt der Menschen „getragen“ wird. Dort entwickelt er sich ohne größere Probleme zu einem zivilisierten Menschen, dessen „unzivilisierte Vergangenheit“ in ihm eingekapselt wurde.
Unterbewusst ist diese Ebene weiterhin aktiv und drängt den Jungen in eine eigenbrödlerische Haltung. Sein Dasein wird unterbewußt immer mit dem Gefühl überschattet, in einer fremden Welt zu leben.
Erik erlebt eine Entfremdung von der Natur, die bereits Kindern und Jugendlichen durch gesellschaftliche Zwänge auferlegt wird und die etwas in uns Menschen einkapselt. Etwas das ursprünglicher und reiner ist, als alles, was uns unsere moderen Welt bieten kann.
Seine Sicht auf unsere Welt ist dadurch spannend, weil er wie wir etwas verliert, dem allgemein wenig Wert beigemessen wird. Etwas, das nicht wirklich messbar ist wie Geld oder Klicks. Es ist die Verbindung dahin, woher wir kommen. Wer wir sind. Etwas, das wir langsam mehr und mehr vergessen. Das von Teilen unserer Mitmenschen geradezu gewaltsam zerstört wird.
Sich dessen bewusst zu sein und mitzuerleben, wie einem diese Ursprünglichkeit entrissen wird, war auch für mich in meiner Jugend ein verstörendes Gefühl. Irgendwelche Schulzwänge oder Behördengänge nahmen fast jeden Raum ein. Endlose Streitgespräche mit Eltern, Lehrern, Vorgesetzten brachen jeden Versuch, dieses Ursprüngliche wiederzufinden während die Welt um einen herum langsam immer verrückter wird.
Erik selbst kann dieser Form von Gewalt nicht standhalten. Er steht für den kleinen Jungen in mir, der irgendwann aufgegeben hat und sterben musste. Meine Mutter hatte mir einmal gesagt, dass ich in meiner Kindheit immer irgendwie trauig gewirkt hatte. Heute weiß ich warum. Ich musste diese Geschichte schreiben. Für den kleinen Jungen in mir.
Heute bin ich Vater von zwei Kindern - Theo, 8 und Sophie, 13. Mein kleiner Junge mir in so vielem so ähnlich. Ich gebe alles dafür, dass beide glücklich bleiben.